ALT umsorgt, versorgt

Auf kaum eine Phase des Lebens ist unser Blick so verstellt wie auf das Alter. Die Medien bedienen plumpe Klischees – Falten erlaubt, Gebrechlichkeit verboten. In der politischen Diskussion beherrschen Zahlen die Perspektive – das Alter als Finanzierungsfrage. Die Menschen und jene, die sich um sie kümmern, bleiben meist unsichtbar – das Alter als virtueller Seinszustand.

Mit ihren Portraits schließt Angelika Kampfer diese Lücke unserer Wahrnehmung und eröffnet uns den Blick auf das Leben, das im Alter nicht zu Ende ist, obwohl es auf das Ende zugeht. Sie verschleiert dabei nichts und wahrt dennoch in jeder Aufnahme die persönliche Würde der Portraitierten. Sie bedient weder romantische noch dramatische Klischees, sondern zeigt, was sie sieht. Mit ihrer Arbeit macht sie Mut, das Alter als Teil unseres Lebens anzunehmen.

"Wichtig im Alter ist und bleibt das Leben: das vergangene und das gegenwärtige. Ich habe fröhliche, dankbare, zufriedene Menschen gesehen, aber auch sehr einsame. Das ist die Bilanz unseres Lebens. Nicht erst im Alter sucht man sich aus, wie man lebt. Um ein gutes soziales Umfeld und eine positive Lebenseinstellung muss man sich das ganze Leben lang kümmern."

Angelika Kampfer